Vögel tarnen Nester zur Abwehr von Feinden
Kategorie: Tierwelt

Vögel tarnen Nester zur Abwehr von Feinden

Viele Vögel versuchen, ihre Nester zu tarnen.

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Wohin mit den ConnyLand-Delfinen?

ProWal sorgt sich um die Zukunft der ConnyLand-Delfine und erstellt zusammen mit amerikanischen Experten einen Plan, um eine bestmögliche Unterbringung der Meeressäuger zu gewährleisten. 

Dieser Vorschlag soll dem ConnyLand-Management unterbreitet werden.

Welche Delfinarien könnten aus Ihrer Sicht In Frage kommen? Besteht nicht die Gefahr, dass die Tiere an einen schlimmeren Ort kommen?

ProWal: „Das hängt ganz allein davon ab, ob der Eigentümer ernsthaft am Wohl der Tiere interessiert ist oder ob er ein letztes Mal mit den Delfinen Geld verdienen möchte. Beides zusammen wird nicht umsetzbar sein. Wenn das ConnyLand Interesse daran haben würde, dass es den drei Delfinen in Zukunft gut gehen soll und dass sie auch zusammenbleiben können, dann müssten sie der Delfinmutter schon jetzt die Anti-Babypille verabreichen, da der ältere Sohn „Angel“ (7 Jahre) bereits geschlechtsreif ist. Damit wäre der Inzucht vorgebeugt und es wäre auch nicht unbedingt notwendig, ihn schon bald von seiner Mutter und seinem kleinen Bruder zu trennen. Der zweite Schritt könnte eine Unterbringung der Delfine in einer abgeriegelten und von Menschen betreuten Meeresbucht sein. Theoretisch gibt es mehrere solcher Orte auf der Welt. Um die Unterbringung auch praktisch umzusetzen, haben wir nun bei einem kompetenten amerikanischen Delfin- und Wal-Experten nachgefragt. Dieser hat wiederum seine fachlichen Bekannte einbezogen und die Entwicklung sieht im Moment sehr positiv aus. Es wird nun an einem detaillierten Plan gearbeitet, welche Destination dafür geeignet ist, das Muttertier „Chicky“, welches ursprünglich aus Kuba stammt und ihre beiden im ConnyLand geborenen Söhne aufzunehmen und welche geeigneten Personen bei der Betreuung der Tiere auch die Zeit dafür hätten. Wir werden diesen ausgearbeiteten Plan dem ConnyLand übermitteln, wenn er uns vorliegt. Eine solche Unterbringung kostet natürlich viel Geld und wir sind uns nicht sicher, ob das ConnyLand wirklich an dem zukünftigen Wohl der Tiere interessiert ist. Herr Brandenberger äußerte sich bereits, in welche Richtung es nach dem Connyland gehen soll. Die Delfinarien in den Zoos in Duisburg und in Nürnberg seien angeblich voll. Da ist er übrigens nicht richtig informiert, denn in Duisburg hat der Betreiber eine Genehmigung, um zehn Tiere aufzunehmen und die Anlage in Nürnberg dürfte gar 14 Delfine unterbringen. Das ConnyLand schielte also bisher auf eine Abschiebung seiner Tiere in ein anderes Show-Delfinarium in Deutschland. Wir lehnen dies ohnehin ab, denn wir sind uns sicher, dass nachdem das Delfinarium in Münster dieses Jahr geschlossen wird und es dann von ehemals neun Delfinarien nur noch zwei solcher Anlagen in Deutschland gibt, diese aufgrund der überwiegenden Ablehnung der Bevölkerung, der andauernden Kritik und Proteste von Tierschützern, steigenden Unterhaltskosten und der Besucherrückgänge keine gesicherte Zukunft mehr haben. Die Ablehnung darüber, dass Delfine zu Clowns degradiert werden und alberne und völlig unnatürliche Kunststücke vorführen müssen, ist zudem enorm gestiegen. An so einer Zukunft seiner Delfine sollte das ConnyLand wirklich kein Interesse haben und deshalb nicht über den Verkauf oder die Abgabe an ein anderes Show-Delfinarium in Deutschland oder Europa nachdenken.“

Laut Connyland kommt eine Bucht wegen des nichtgesäuberten Meerwassers nicht in Frage. Kann auch eine Auswilderung der Tiere möglich sein?

ProWal: „Das ist ein leicht durchschaubarer Vorwand, denn wie schon erwähnt, kostet die Unterbringung in einer solchen Bucht sehr viel Geld, welches die Eigentümer wohl nicht bereit sind, für ihre Tiere auszugeben. Eine ätzende Chlorlauge, mit dem das Wasser des Delfin-Beckens im ConnyLand aufbereitet wird, ist mit Sicherheit keine natürliche und gesunde Umgebung für Delfine und ein weiterer Grund für die Problematik diese Tiere in Gefangenschaft zu halten. Im Meer leben Delfine schon seit vielen Millionen Jahre.

Schon die Erwähnung solcher Buchten meidet die Delfinarien-Industrie wie der Teufel das Weihwasser. Es könnte ja der Verdacht aufkommen, man könnte in Gefangenschaft gehaltene Delfine nach einem längeren Aufenthalt in einer solchen Bucht dann auch wieder auswildern, was übrigens unter bestimmten Bedingungen auch möglich ist. Erst vor wenigen Wochen wurden zwei ehemalige Show-Delfine, die auch in Chlor-Wasserbecken lebten, in der Türkei erfolgreich ausgewildert. Sie wurden eineinhalb Jahre auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Der Auswilderungsprozess kostete allerdings 800.000,- USD, was Tierschützer übernahmen.

Wir sehen in Zukunft die Betreiber von Delfinarien in der Pflicht, diese Kosten zu übernehmen, weil sie mit der kommerziellen Ausbeutung der Tiere Unsummen verdienten und sie dieses Problem der Gefangenschaftshaltung von Delfinen selbst erschaffen haben. In Europa wurden bisher keine Delfine ausgewildert, obwohl die Delfinarien sich der Arterhaltung dieser Tiere verschrieben haben. Weltweit allerdings wurden schon mehr als 100 Delfine erfolgreich ausgewildert. Darunter waren auch Delfine, die in Gefangenschaft geboren wurden und Jahre später völlig gesund mit wildgeborenen Delfinen zusammen gesichtet wurden. Auch gab es Delfine, die ohne solche langwierigen Auswilderungsprozesse ins Meer zurückgelangten. Der bekannteste Fall ist wohl der von „Bahama Mama“. Dieser Delfin sprang 1992, nach 17 Jahren Gefangenschaft, aus ihrer Seefeder auf den Bahamas in die Freiheit und schaffte eine Anpassung in ihren natürlichen Lebensraum.“

Eine Liste von ausgewilderten Delfinen erfährt man auf dieser Seite.

Was gilt es bei einem Transport zu berücksichtigen? Welche Gefahren gibt es?

ProWal: „Das ist ein ganz heikles Thema. Jeder Transport bedeutet für die Tiere Stress, den manches Tier nicht überleben könnte. Sind solche Transporte unvermeidbar, dann muss sorgfältig geprüft werden, ob man die Delfine auf dem Landweg oder in der Luft transportieren möchte. Wir haben uns ein Jahr lang die Mühe gemacht und bei allen Fluggesellschaften und Lufttransportunternehmen weltweit nachgefragt, ob sie Erfahrungen mit dem Transport von Meeressäugetieren besitzen und solche Transporte auch durchführen könnten. 61 Unternehmen bejahten dies, wobei festzustellen war, dass die Vielzahl dieser Unternehmen völlig unseriös arbeitet und wir von einem Transport abraten würden. Uns sind jedoch Spezialisten bekannt, die bereits zahlreiche Transporte sicher durchgeführt haben.“

Informationen dazu: 1 und 2

Was bedeutet es für Deutschland und andere Länder, dass die Schweiz nun keine Delfine mehr haben wird?

ProWal: „Es hat mehrere Auswirkungen, dass die Schweiz bald delfinfrei sein wird. Als Tierschützer sind wir natürlich daran interessiert, dass so viele Delfinarien wie nur möglich geschlossen werden. Nicht nur, dass die Delfine weder tier- noch artgerecht in künstlichen Anlagen untergebracht werden können, sondern auch deshalb, dass die Nachfrage nach weiteren Tieren gesenkt wird. In Europa werden schon seit 40 Jahren Delfine gezüchtet. Bis heute ist es nicht gelungen, eine nachhaltige Zucht aufzubauen. Kein Delfin lebt hier in der 3. Generation. Die Zucht ist deshalb nicht nachhaltig und als gescheitert zu betrachten. Selbst im Nürnberger Delfinarium, welches sich nach außen hin mit seiner Delfinzucht hoch lobt, gelang seit 13 Jahren kein Zuchterfolg mehr. Warum in den letzten Jahren keine Delfine mehr nach Deutschland importiert wurden, lag nur daran, weil andere Delfinarien geschlossen und die Tiere an andere Anlagen abgegeben wurden. Durch die Schließungen der Delfinarien erreichen wir, dass es ein Überschuss an Delfinen gibt. Wir wollen die Situation erschaffen, dass die Anlagen kein Interesse mehr daran haben Delfine zu importieren, denn nicht jede Regierung, wie die in Deutschland, beschließt ein Importverbot für diese Tiere. Genau, wie jetzt das ConnyLand in der Situation ist und sich fragt, wohin mit den Delfinen, so wollen wir es in ganz Europa haben. Das ist ein immenser Beitrag, um die Nachfrage nach Delfinen zu senken und freilebende Delfinpopulationen zu schützen. In der EU ist es verboten wildgefangene Delfine zu importieren. Hintertüren gibt es allerdings immer noch, wie in Spanien, um dieses Importverbot zu umgehen. Auch in die Schweiz kamen früher wildgefangene Delfine. Sie wurden eine gewisse Zeit als Show-Delfine im ConnyLand gehalten, galten dann nicht mehr als Wildfänge und wurden dann zum Beispiel in das Delfinarium nach Nürnberg gebracht. Diese Hintertüre über die Schweiz in die EU, die gibt es nun nicht mehr. Das beschlossene Importverbot für Delfine in die Schweiz ist vorbildlich und wird auch große internationale Auswirkungen für den Schutz dieser Tiere haben. Wir fordern das gleiche Importverbot auch von den Regierungen in der Türkei (10 Delfinarien) und auch in der Ukraine (15 Delfinarien) und es hilft uns enorm bei unseren Argumentationen. Beide Länder, in denen wir ebenfalls schon Delfinarien geschlossen haben, kauften bisher in Japan wildgefangene Delfine, die aus den berüchtigten und blutigen Delfintreibjagden stammten. In der letzten Fangsaison wurden in dem japanischen Fischerort Taiji schon bedeutend weniger Delfine für Show-Delfinarien gefangen, wie in den Jahren zuvor, weil die Nachfrage der Delfinarien-Industrie gesunken ist. Das Aussterben der Delfinarien ist ein unumkehrbarer Prozess.“

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