
Nachdem in einer zum deutschen Geflügelkonzern Wiesenhof gehörenden Elterntierhaltung für Masthühner im niedersächsischen Twistringen massive Tierquälereien und Verstösse gegen die deutsche Tierschutzgesetzgebung dokumentiert wurden, warnt der Schweizer Tierschutz STS Konsumenten vor dem Kauf von Import-Geflügelfleisch. Nach Recherchen des STS liefert Wiesenhof nämlich auch in die Schweiz. Darüber hinaus beurteilt der STS ausländische Geflügelfleischherkünfte grundsätzlich als problematisch, da dieses Fleisch in jedem Fall aus Massentierhaltungen mit hunderttausenden von Tieren stammt mit systemimmanent tierschutzwidriger Haltung. Der STS empfiehlt den Konsumenten, generell Schweizer Herkünfte, insbesondere aus Freilandhaltung, zu kaufen.
Die Bilder aus dem für das Unternehmen Wiesenhof produzierenden Elterntierbetrieb könnten aus einem Horrorfilm stammen: Im Stall liegen verletzte Hühner im eigenen Kot und tote Tiere. Brutal schmettern Betreuer und Impftrupps aussortierte Hähne in Kisten. Hühner werden hin und herschleudert, um ihnen das Genick zu brechen. Unter dem Druck der Beweislast hat Wiesenhof die Verstöße zugegeben und "personelle Maßnahmen“ angekündigt.
Für den Schweizer Tierschutz STS steht fest, dass die Tierschutzkontrollen bei Wiesenhof offensichtlich völlig ungenügend sind. Betroffen davon sind auch Schweizer Konsumenten und Detaillisten, die Wiesenhof-Produkte importieren.
Auch wenn die Vorfälle bei Wiesenhof in der Schwere ein Einzelfall sein mögen, für den STS ist aufgrund eigener Recherchen in ausländischen Geflügelmastbetrieben und nach Durchsicht der EU-Tierschutzgesetzgebung klar, dass die ausländische Geflügelmast systematisch tierschutzwidrig betrieben wird und auch nicht annähernd die Schweizer Minimalnormen erfüllt.
So dürfen im Ausland bis zu 30 Masthühner je Quadratmeter zusammengepfercht werden. Weder Tageslicht noch erhöhte Ruheplätze, wie sie Hühner benötigen, sind Pflicht. Zur Steigerung der Futteraufnahme werden die Tiere 24 Stunden dauerbeleuchtet. Viele dieser Masthühnerrassen leiden aufgrund der Zucht auf schnelles Wachstum unter schmerzhaften Beinschäden. Die Tiere können zum Teil kaum mehr laufen. Aufgrund der immer schmutziger werdenden Einstreu entstehen schmerzhafte Entzündungen und Geschwüre an den Fußballen. Die ausländische Geflügelmast wird in Grossbetrieben mit zum Teil hunderttausenden von Tieren betrieben, während in der Schweiz eine maximale Obergrenze von 18'000 Tieren eingehalten werden muss.
Der Schweizer Tierschutz STS warnt deshalb Konsumenten vor dem Kauf von Import-Geflügelfleisch und empfiehlt, Schweizer Freilandpoulets nachzufragen, die zwar etwas teurer sind, dafür aus kontrollierter und anständiger Haltung kommen. Er appelliert an Detailhandel und Gastrobereich, Schweizer Geflügelfleisch-Herkünfte zu berücksichtigen, wird doch heute bereits über die Hälfte des Geflügelfleischkonsums importiert.
Lesen Sie dazu:
- Hansulrich
Am 15. Januar 2010 um 20:34 Uhr
- C.S
Achtung: Der Kommentar muß erst noch freigegeben werden.
Am 16. Januar 2010 um 14:52 Uhr
“Freilandhaltung in der Schweiz im Jahr 2009” im Tessin für Coop und Migros. z.B. 10′000 Legehennen und 3000 "Freiland" Poulet bei Pollicoltura.
Kontrolliert und anständige Haltung für den STS (Schweizer Tierschutz Verein)!
Coop für mich und für dich
La pollicoltura é situata a Gordola nel Piano di Magadino. Vi si allevano galline ovaiole, polli da carne, tacchini e faraone. Tutte le ovaiole, anche quelle di allevamento a terra possono andare all’aperto. Da oltre 15 anni i polli e le ovaiole vengono nutriti con alimenti vegetali scelti e poco grassi. Una parte del mangime è costituita da riso di produzione propria. I polli sono macellati due volte alla settimana in modo da servire la clientela con prodotti sempre freschi.
I nostri prodotti si distinguono per:
– freschezza e sicurezza
– allevamento secondo norme severe
– alimentazione vegetale naturale




Die riesige “Freiland”-Hühnerfabrik Consonni bei Ponte Capriasca in einer bewaldeten Geländemulde versteckt. Sein und Schein für 15'000 Hühner.

Beim unangemeldeten Besuch mit dem TV-Team war kein einziges der 15 000 "Freiland"-Hühner im Auslauf. Der Auslauf wurde dann extra für das Fernsehen geöffnet

Freilandgeflügel-Betrieb Guerra in Cadenazzo

Solch schwere Gefiederschäden sind in der Pouletmast "normal". Für die Pouletmast werden extrem auf schnelles Wachstum gezüchtete Rassen verwendet, die in wenigen Wochen vom Küken zum schlachtreifen Masthuhn (Riesen-Baby) "explodieren. Darunter leidet nicht nur das Gefieder, sondern auch das Skelett, dessen Wachstum hinter dem Muskel-Wachstum (Fleisch) nachhinkt. Die Tiere haben Gelenkschmerzen,können nicht mehr richtig gehen und liegen nach kurzem Laufen sofort wieder auf den Bauch. Die hier abgebildete Situation ist typisch: Auf dem Bauch herumliegende, schwer übergewichtige Hühner. Sitzstangen - eine Voraussetzung für artgerechte Hühnerhaltung - fehlen und können von diesen züchterisch schwer deformierten Geschöpfen auch kaum benutzt werden. Das ist nicht artgerecht. Ein klarer Fall von Qualzucht - vom Bundesamt für Veterinärwesen unter der Verantwortung von Bundesräting Leuthard gesetzwidrig geduldet. Die üblich "erlaubte" Tierquälerei. Die schönklingende, neuerdings im Tierschutzgesetz geschützte "Würde" des Tieres hat keine praktische Auswirkung. Geld und Wirtschaftsinteressen gehen immer vor - gesetzwidrig und verfassungswidrig, aber im "demokratischen Rechtsstaat" Schweiz hat kein Bürger das Recht, dagegen Klage zu erheben - auch Tierschutzorganisationen nicht. Das ist Teil des Konzeptes, mit einem angeblich guten Tierschutzgesetz die Konsumenten zu beruhigen und bei Fleischkauflaune zu halten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sich in der Nutztierhaltung nicht wirklich etwas ändern muss.
Gelesen bei: VGT
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