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Tierquälerei in deutscher Kaninchenmast

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat heute eine aktuelle Undercover-Recherche aus einer typischen Käfighaltungsanlage in Baden-Württemberg veröffentlicht. 

Die Aufnahmen zeigen tote und verletzte Mastkaninchen in winzigen Käfigen. Bis zu vier Tiere sind in eine Box gepfercht. Jeder noch so kleine Hoppelsprung endet am Käfiggitter. Der Gitterboden gibt den Pfoten der Langohren kaum Halt. Durch die extreme Enge und den Stress werden die Tiere aggressiv: Das Resultat sind abgebissene Ohren und offene Wunden. Der hohe Ammoniakgehalt in der Luft, hervorgerufen durch die Exkremente der Tiere, führt zu entzündeten Augen und schlimmstenfalls zur Blindheit. Das Kaninchenfleisch wird in einigen deutschen Supermärkten und in der Gastronomie verkauft. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat vor kurzem einen Entwurf zur Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung veröffentlicht, der die Käfighaltung praktisch legalisieren wird. VIER PFOTEN fordert ein gesetzliches Verbot der Käfighaltung von Kaninchen.

„Viele Kaninchenmäster sind inzwischen schon auf Bodenhaltung umgestiegen. VIER PFOTEN hat gemeinsam mit Forschungsinstituten höhere Standards für die Kaninchenhaltung entwickelt. Die Mäster haben in die neuen Bodenhaltungsanlagen viel Geld investiert“, berichtet Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. „Diese Farmer würde Aigners neue Gesetzgebung vor den Kopf stoßen.“ Die neuen Standards enthalten zum Beispiel, dass Kaninchen in Gruppen gehalten werden. Sie benötigen Stroh, Versteckmöglichkeiten, Platz zum Laufen, natürliches Licht und gentechnikfreies Futter. In Deutschland werden ca. 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch pro Jahr verzehrt. EU-weit gibt es keine gesetzlichen Regelungen, die Vorgaben für die Haltung von Kaninchen machen. In Österreich konnte VIER PFOTEN jedoch bereits ein Käfigverbot für Mastkaninchen erreichen.