Neuseeländische Regierung muss bedrohte Hector- und Maui-Delfine schützen

NABU International überreicht 18.000 Unterschriften für die Rettung der seltensten Delfinart der Welt.

Vertreter der NABU International Naturschutzstiftung überreichten gestern über 18.000 weltweit gesammelte Unterschriften an die neuseeländische Regierung, um einen besseren Schutzstatus für die bedrohten Hector- und Maui-Delfine zu erwirken. Hochrangige Politiker nahmen die Unterschriften entgegen und legten das Thema anschließend dem Parlament vor. Hector- und Maui-Delfine kommen ausschließlich in Neuseeland vor und sind vor allem durch Kiemen- und Schleppnetzfischerei vom Aussterben bedroht. Drei Viertel der Hector-Delfine sind bereits verschwunden, von ihren nahen Verwandten, den Maui-Delfinen, gibt es nur noch rund 55 erwachsene Tiere. Bisher hat die neuseeländische Regierung das Problem aufgrund des Widerstandes der Fischereiindustrie weitgehend ignoriert.

„Die öffentliche Aufmerksamkeit, die die Unterschriftenkampagne in Neuseeland bewirkt hat, und die Tatsache, dass sich die Oppositionspartei erstmalig für den umfassenden Schutz der Tiere ausgesprochen hat, könnte den Durchbruch für die Rettung der Delfine bedeuten“, sagte Thomas Tennhardt, Vorsitzender der NABU International Naturschutzstiftung. Bisher steht lediglich ein Bruchteil der Lebensräume unter Schutz. NABU International drängt mit der Kampagne, die für Delfine und andere Meeressäuger besonders gefährliche Kiemen- und Schleppnetzfischerei im gesamten Lebensraum der Delfine zu verbieten und die Gebiete unter Schutz zu stellen. Dies sei die einzige Möglichkeit, um ein Aussterben der Tierarten zu verhindern. Seit der letzten Zählung der Delfine im vergangenen Jahr sind mindestens drei weitere Maui-Delfine gestorben. Da die Fischer ihre Fänge nicht melden, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher liegen.

„Neuseelands bisheriges Handeln im Fall der bedrohten Delfine verstößt gegen mehrere strategische Ziele der Biodiversitäts-Konvention, die in 2011 auf der letzten Vertragsstaatenkonferenz in Nagoya verabschiedet wurden. Demnach muss jeder Mitgliedsstaat sicherstellen, dass das Aussterben einer bekannten gefährdeten Art verhindert wird und sich die Nutzung natürlicher Ressourcen immer im Einklang mit den ökologischen Gegebenheiten befindet“, so Tennhardt weiter.

Der NABU setzt sich mit Projekten und im Rahmen der CITES-Konferenz schon lange für den Schutz bedrohter mariner Lebewesen wie Delfine, Schweinswale und Haie ein.