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Über 100.000 Stimmen für ein Wildtierverbot im Zirkus

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat heute über 100.000 Unterschriften für ein Wildtierverbot im Zirkus an das Bundesministerium für Landwirtschaft in Bonn übergeben.

Fachreferentin Dr. Katharina Kluge nahm die Kisten mit den Unterschriftenlisten entgegen. VIER PFOTEN fordert Landwirtschaftsministern Aigner nachdrücklich auf, ein Verbot aller exotischen Tierarten im Zirkus zu beschließen und so die Tierquälerei im Zirkuszelt endlich zu beenden. Bereits 14 Staaten haben in Europa das Mitführen von Wildtieren verboten oder stark eingeschränkt, darunter die deutschen Nachbarländer Dänemark, Österreich, Polen und Tschechien.

Mit dabei waren auch fünf Schülerinnen der St.-Josef-Schule Jülich (NRW). Durch ihren Lehrer Thorsten Krebs haben die Mädchen das Thema Zirkus ausführlich im Unterricht behandelt. Dem Ministerium übergaben sie stellvertretend für alle leidenden Zirkustiere einen großen Elefanten aus Holz, den sie gemeinsam mit ihren Schulkameraden mit blauen Handabdrücken gestaltet hatten. Die Abdrücke stehen für die Stimmen der Kinder, die sich für ein Wildtierverbot im Zirkus einsetzen wollen. Schülerin Lena R., 12 Jahre: „Wildtiere sollten nicht im Zirkus gehalten werden, weil sie in engen Käfigen leben müssen. Als ich einen Wildtierzirkus besucht habe, war ich geschockt, wie die Tiere hinter der Manege gehalten werden.“

„108.529 Menschen haben unseren Appell für ein Wildtierverbot unterzeichnet. Das zeigt ganz klar: Die Bevölkerung will das Wildtierverbot im Zirkus“, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Laut einer forsa-Umfrage von September 2011 sind 65 Prozent der Bundesbürger dafür, die Vorführung exotischer Tiere im Zirkus zu untersagen. Am 25. November 2011 hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestimmt. Auch die Bundestierärztekammer spricht sich klar für einen Zirkus ohne Wildtiere aus. „Wildtiere leiden in der Manege und hinter den Kulissen. VIER PFOTEN lehnt ihre Haltung im Zirkus strikt ab“, sagt Dr. Stephany. Ständige Transporte, winzige Käfige, Wasserbecken und Außengehege – und bei den Elefanten stundenlange Ankettung – bieten den Tieren nur ungenügende Bewegungsmöglichkeiten. Viele Tiere zeigen deutliche Verhaltensstörungen: Stereotypien, Aggressionen oder Apathie. VIER PFOTEN appelliert an alle Tierfreunde, nur Zirkusse zu besuchen, die keine Wildtiere mitführen.