Weltmilchtag 1. Juni: Vegetarierbund zeigt Alternativen

Weltmilchtag Foto: Ellywa Wikipedia Commons

Es gibt viele Gründe, warum Menschen auf Tiermilch verzichten oder den Konsum von Milchprodukten einschränken. 

Tierschutz, Unverträglichkeiten - vor allem Laktoseintoleranz - und weitere gesundheitliche Aspekte sind die häufigsten Motive.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein hoher Milchkonsum weder das Osteoporoserisiko senkt, noch die Knochengesundheit von Kindern und Jugendlichen signifikant verbessert. “Zudem gibt es Hinweise darauf, dass der Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für die Entstehung verschiedener Erkrankungen erhöhen kann. Hierzu zählen Prostatakrebs, Autoimmunerkrankungen wie Typ 1-Diabetes sowie Adipositas bei Kindern und Jugendlichen”, so Dr. Markus Keller, Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE). Der Verzehr von Milch und Milchprodukten ist für die menschliche Gesundheit nicht zwingend notwendig. “Eine ausreichende Kalziumversorgung kann auch durch regelmäßigen Konsum von kalziumreichen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Sesam(mus), Nüsse und Mandeln, Grünkohl und Amaranth sowie kalziumreiche Mineralwässer und angereicherte Pflanzenmilche sichergestellt werden”, so der Ernährungswissenschaftler weiter.

Viele Verbraucher wissen nicht, wie groß die Auswahl an pflanzlichen Tiermilchalternativen ist und dass diese zum Kochen und Backen ebenso wie Tiermilch verwendet werden können. Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbund Deutschland (VEBU): “Pflanzliche Milchalternativen gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, weshalb sie nicht nur Menschen mit Unverträglichkeiten oder vegan lebenden Menschen eine gesunde und abwechslungsreiche Option bieten.”

Der Vegetarierbund zeigt die besten Tiermilch-Alternativen:

  • Sojamilch

Sojamilch ist die bislang am weitesten verbreitete Alternative zu Tiermilch. Sie sieht aus wie Mich und ist genauso vielfältig einsetzbar. Sojamilch wird aus Sojabohnen hergestellt und hat einen hohen Proteingehalt, wenig Fett (2 Prozent) und ist cholesterinarm. Abhängig von der Marke kann Sojamilch mit Zusatzstoffen angereichert sein und schmeckt dementsprechend unterschiedlich. Es gibt sie mittlerweile in zahlreichen verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Vanille, Schokolade, Banane oder Latte Macchiato. Sojamilch kann zu Joghurt, Schlagsahne, Mayonnaise, Eis, Pudding und Tofu weiterverarbeitet werden. Da Sojamilch rein pflanzlich ist, eignet sie sich für Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) und vegan lebende Menschen.

  • Getreidemilch

Getreidemilch wird aus fermentiertem Getreide oder aus Mehl hergestellt, z.B. aus Reis, Hafer, Dinkel, Roggen oder Einkorn. Viele Supermärkte bieten mittlerweile auch Mixgetränke an, wie Soja-Reis-Drinks. Der Nährwert ist abhängig von der verwendeten Getreideart und kann mit dem von Kuhmilch in Bezug auf Vitamine und Mineralstoffe verglichen werden, nicht jedoch auf den Gehalt an Proteinen. Getreidemilch enthält wenig gesättigte Fettsäuren
und keine Laktose; sie ist daher bei Laktoseintoleranz zu empfehlen. Ein weiteres Plus: Die Produktion von Getreidemilch belastet die Umwelt weniger als die Herstellung von Kuhmilch oder der Transport von Sojabohnen, soweit diese nicht lokal angebaut werden.

  • Mandelmilch

Mandelmilch ist eine weitere, gesunde Alternative zu Tiermilch, die man auch leicht selber herstellen kann. Mandelmilch kann entweder aus gequollenen, blanchierten und geschälten Mandeln hergestellt werden, indem diese mit Hilfe eines Mixers in Wasser zerkleinert werden. Oder indem man weißes Mandelmus (das in Reform- und Naturkostläden erhältlich ist) in Wasser aufgelöst. Der Geschmack erinnert an flüssiges Marzipan.

  • Kokosmilch

Kokosmilch wird vorzugsweise zur Zubereitung von Reisgerichten und Süßspeisen verwendet. Sie gibt den Gerichten einen typisch exotischen Geschmack. Der hohe Fettgehalt wirkt sehr cremig.

Bezugsquellen: Eine große Auswahl an pflanzlichen Tiermilch-Alternativen bieten vegetarische/vegane Online-Shops (www.alles-vegetarisch.de), Bioläden und Reformhäuser aber auch immer mehr Supermärkte und Drogeriegeschäfte an.

Haltung von Milchkühen:

Viele sogenannte “Milchkühe” fristen ihr Leben auf Spaltenböden in Ställen, ohne je eine Weide oder das Sonnenlicht gesehen zu haben. Häufig werden die Tiere ohne Betäubung enthornt. Diese Prozedur ist für die Tiere sehr schmerzhaft. Während weibliche Kälbchen geschlachtet oder für die Milchproduktion gezüchtet werden, werden die männlichen Kälber den Müttern oft schon am Tag nach der Geburt entrissen und zur Produktion von Kalbfleisch gemästet. Heutige Milchkühe sind so überzüchtet, dass sie zehnmal mehr Milch geben, als es natürlich wäre. Dies führt zu schmerzhaften Euterentzündungen (Mastitis), welche mit Medikamenten behandelt werden müssen.