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Freitag, 12. Mrz 2010

Die Zukunft is(s)t vegetarisch

Fleischlose Speisen werden bei den Gästen immer beliebterDie vegetarische Küche schafft derzeit den Schritt hinaus aus der freudlosen Tofu- und Grünkern-Ecke. Jetzt wird fleischloses Essen von Genießern und anspruchsvollen Feinschmeckern zunehmend ernst genommen. Diese Erfahrung hat auch Meggy Schnaibel gemacht: „Es ist das Bedürfnis von immer mehr Gästen, vegetarisch zu essen“, sagt die gebürtige Niederländerin. Sie betreibt zusammen ihrem deutschen Mann Peter Schnaibel das 17-Punkte-Restaurant Taggenberg im schweizerischen Winterthur. Täglich bieten die Schnaibels im Taggenberg neben der konventionellen Küche ein vegetarisches 6-Gänge-Menü an, das etwa Weißbrotterrine mit lauwarmen Eierschwämmli listet, Riso Venere mit geschmortem Lauch, Artischocken und Orangenreduktion oder als Hauptgang vor dem Käse Sommergemüse mit Sellerie-Apfel-Mousse, Kartoffelpraline und Trüffelschaum. So viel Einfallsreichtum zum Thema vegetarische Küche ist freilich noch die Ausnahme – auch wenn fast kein Restaurant an der Bedeutung fleisch- und fischloser Speisen rüttelt.

„Vegetarisch ist ein Pflichtprogramm“, sagt Bernhard Ebert von der Schlossanger Alp in Pfronten, „selbstverständlich haben wir immer einige Gerichte im Angebot.“ Und Spitzenkoch Hans Stefan Steinheuer aus Bad Neuenahr-Heppingen schließt sich an: „Es ist gar kein Problem, mal schnell ein 7-Gänge-Menü rein vegetarisch zu kochen – wenn es sein muss auch à la minute.“ Allerdings findet offensives Werben um vegetarisch orientierte Gäste in der gehobenen Gastronomie bislang nur selten statt. „Ich glaube schon, dass mein Angebot noch eine Ausnahme ist“, gibt Jens Dannenfeld zu. In seinem Kölner L'Escalier offeriert der Sternekoch ausdrücklich ein vegetarisches Überraschungsmenü – und sieht dies durchaus als zukunftsträchtig. „Das wird sich gerade heute, wo man über Erderwärmung, Methangas und Fleischproduktion nachdenkt, noch mehr durchsetzen.“ Tatsächlich sind Umwelt-, Klima- und Tierhaltungsbewusstsein Themen, die viele Gäste und manche Köche bewegen. Es finden sich aber noch mehr handfeste Argumente für die fleischlose Küche. Die fleischlose Küche hat allein durch die Verfügbarkeit hochwertiger Zutaten einen Sprung nach vorn gemacht. „Es ist schon eine große Vielfalt, die wir heute zur Verfügung haben, wenn man nur an die ganzen Hülsenfrüchte denkt“, sagt Hans Stefan Steinheuer. Vegetarische Küche auf hohem Niveau wird dank der Breite des Angebots und durch die engagierten Züchter alter Obst- und Gemüsesorten erst möglich.

„Es gibt bei vegetarischen Menüs weniger traditionelle Zwänge“, sagt Meggy Schnaibel, „und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.“

Jens Dannenfeld sieht das ähnlich: „Die Aromen lassen sich oft feiner herausarbeiten“, während Rolf Hiltl, Inhaber des ältesten vegetarischen Restaurants der Schweiz, die vegetarische Sache auf den Punkt bringt und gleichzeitig ihr Dilemma aufzeigt. „Die Warenkosten sind zwar niedriger“, so Hiltl „aber die Umsetzung ist eine große Herausforderung, und der Arbeitsaufwand ist deutlich höher als beim klassischen Kochen.“ Am Schluss steht ein Menü, das durchaus etwas günstiger verkauft werden kann als eine klassische Speisenfolge. „Das kann dann auch für viele Gäste eine preiswerte Alternative sein“, gibt Jens Dannenfeld zu bedenken. Dumpingpreise allerdings sollte niemand erwarten. Und ob sich vegetarische Spitzenküche rechnet, hängt von der Organisation, von guten Zulieferern und nicht zuletzt von den Gästen ab – die immer öfter gar keine radikalen Fleischhasser mehr sind. „Zu uns kommen viele Teilzeitvegetarier“, sagt Rolf Hiltl, „in den USA nennt man sie Flexitarians“. Und die geben während eines ausgedehnten Essens oft ebenso viel Geld aus wie Traditions-Gourmets, bestellen Wein und Aperitifs und führen den genussfeindlichen Ruf der Körnerfresser ad absurdum. „Zu Unrecht glauben wahrscheinlich die Sterneköche, dass Vegetarier weniger Wert auf Feste und Feiern legen“, seufzt Meggy Schnaibel.

„Es ist möglich, auf hohem Niveau vegetarisch zu kochen“, sagt Rolf Hiltl, „bei uns auf Business-Class-Niveau, aber in unserem Kochatelier haben wir auch immer wieder Gastköche, die sehr aufwendig arbeiten.“ Rein vegetarische Spitzenlokale sind aber noch die absolute Ausnahme.

Dabei gehen nach Ansicht von Friedrich Gutscher „vegetarische Küche und Stern hundertprozentig zusammen“. Der Stuttgarter Spitzenkoch schließt sein Restaurant Délice in Kürze und wird im Mai 2010 ein neues Restaurant in Zahling im Südburgenland eröffnen. Eines, in dem nur noch Vegetarisches auf die Teller kommt. Der Grund für den radikalen Wechsel ist vor allem ethisch bedingt. „Ich esse schon seit einer Weile kein Fleisch mehr“, sagt Gutscher, „und ich hatte das Gefühl, dass ich mit sechzig etwas Neues machen sollte.“ In Österreich wird es viele regionale Produkte geben und alles, was durch das Tier produziert wird – aber nichts, was vom Tier stammt. „Kein Tod mehr“, sagt Gutscher, „was beispielsweise auch Kaviar einschließt.“ Und was ist mit dem Wein, für den das Délice berühmt war? „Vegetarische Küche passt ausgezeichnet zum Wein“, sagt Gutscher, „aber wir wollen auch mit Fruchtsäften und anderen Getränken experimentieren.“Eine weitere Idee, über die moderne Köche nachdenken sollten.

 

 

Kommentare  

 
#1 Robert 2010-01-15 19:55
Ich könnte niemals nie auf Fleisch verzichten und finde es auch ziemlich normal, dieses zu mir zu nehmen.
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Luchs

In vielen weidewirtschaftlich oder nomadisch geprägten Kulturen galt und gilt die Kuh als Statussymbol und Gradmesser des Vermögens; eine Schlachtung käme einer Vernichtung desselben gleich.

Schon seit alten Zeiten ist das Rind Lieferant von Nahrung, Kleidung, sogar Behausung, Zugtier und Energiespender. Die Welt der Tiere war mit dem menschlichen Leben aufs engste verknüpft.

Lebendige Spuren von Rinderkult finden sich auch im deutschsprachigen Raum sowohl in Süddeutschland als auch in Österreich wie etwa der Almabtrieb im Herbst und der besonders geschmückte Pfingstochse. In Bayern wurde eine 6000 Jahre alte Stierplastik gefunden, deren Rücken einen Kelch formt. Vermutlich seit der Hallstattzeit galt der Stier als heiliges Tier, wie unzählige Spuren belegen. Die Salzburger wurden im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit 'Stierwascher' genannt, noch heute einfach: 'Salzburger Stiere'.

In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Für die meisten Hindus ist die Kuh unantastbar. Selbst jenen, denen sie nicht ‚heilig‘, sondern lediglich ein wichtiges Symbol ist, hat sie doch einen besonderen Stellenwert und das Töten von Kühen ist für die meisten undenkbar. Für traditionelle Hindus wäre dies ein besonders verunreinigendes Vergehen; und sind auch nicht alle Vegetarier, so ist es für die meisten ausgeschlossen, Rindfleisch zu essen. In der Geschichte war der Kuhschutz so wichtig, dass islamische Eroberer ihren Heeren oft Kühe vorantrieben, wodurch Hindus sie nicht angreifen konnten.

Auch im frühen Alten Ägypten genoss die Kuh religiöse Hochschätzung. Der Himmel wurde als große nahrungsspendende Kuh angesehen, die mit vier Beinen auf der Erde stand. Video: Glückliche Kühe

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Schweizer STS

Oftmals beobachten wir mit grossem Erstaunen die Tätigkeiten des Schweizerischen Tierschutzes, kurz STS genannt. Die Aussagen, welche von diesem Verein kommen, sorgten in der Vergangenheit zum Teil für grosse Empörung unter den authentischen Tierschützern und Tierrechtlern. Kürzlich sagte der Mediensprecher vom STS Mark Rissi zum Beispiel: "dass man konsequent Fleisch kauft..." und "andere Ideen bringen den Tierschutz nicht voran und sind kontraproduktiv" gegenüber dem Bundeshausredakteur Simon Fischer, von der Zeitung die Südostschweiz. Und vor ein paar Tagen gegenüber dem Tagesanzeiger: "Wenn es tatsächlich Schächtfleisch wäre, das Coop da verkauft, wären wir schon lange Sturm gelaufen", erklärte STS-Geschäftsführer Hansueli Huber, und dies obwohl Coop den Tatbeweis bis heute nicht erbracht hat. Im Gegenteil, es gibt Indizien, dass es doch Halal-Schächtfleisch ist, welches Coop neu ins Sortiment, von der Firma Baktat aus Deutschland, aufgenommen hat. Herr Huber weiter: "Gegen den Verkauf der Halal-Würste haben wir überhaupt nichts einzuwenden. Schliesslich würde in der Schweiz schon heute in Schlachthöfen halal-konformes Fleisch produziert." Aktuell wird die Junkfoodkette Mc Donalds und die Schweizer Gastronomie vom STS "bearbeitet", weil die Fleischbeschaffung nach Ansicht des STS ungenügend ist. Der STS möchte, dass mehr Tiermorde in der Schweiz verübt werden, gekoppelt mit einer "tierfreundlicheren Beschaffungspolitik"!

 

Fleisch

Im Blick.ch vom 13.8.2009 behauptet Proviande-Chef Heinrich Bucher: "Fleisch sei ganz klar als Grundnahrungsmittel zu erkennen". Es ist aber wohl eher so: Fleisch ist heute ein Genussmittel und für den Großteil der aktuellen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Osteoporose, Fettleibigkeit, Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz usw. mitverantwortlich! Es schädigt das Erbgut und die DNA. Heterozyklische aromatische Amine sind krebserregende und das Erbgut schädigende Verbindungen. Sie entstehen beim Erhitzen von Fleisch, Fleischextrakt und Fisch unter anderem aus Kreatin, einem natürlichen Muskelbestandteil. Die Leber im Organismus der Menschen ist z.B. nicht ausgerüstet, um die Harnsäure im Magen zu verarbeiten während der Verdauung von Fleisch, was zu Rheuma, Arthrose, Gicht, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, usw. führen kann. Ausführliche Studien gibt es hier. Alle Fleischfresser in der Natur haben einen sehr kurzen Darm, weil Fleisch sehr schnell verdirbt, toxisch wird. So können sie es schnell wieder ausscheiden.

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Die Nahrung für unsere Gartenvögel wird im Winter knapp. Deshalb möchte so mancher Tierfreund die Vögel gerne füttern. Das kann den Tieren tatsächlich helfen, aber nur wenn es richtig gemacht wird.

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Die erlesensten Gerichte der vegetarischen Küche Indiens - Govinda / Mare-Versand ISBN-10: 0-89213-087-3

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"Diese Welt wird nicht von jenen in erster Linie bedroht, die Unheil anrichten, sondern von den Zahlreichen, die stumm dabei zusehen/ mitmachen. "
Dr. Sonja Buholzer

Humor

Zwei Jäger gehen durch den Wald, als einer von ihnen plötzlich zusammenbricht. Er scheint nicht zu atmen, seine Augen sind glasig. Der andere Jäger greift zu seinem Mobiltelefon und betätigt den Notruf. "Ich glaube mein Freund ist tot. Was soll ich tun?", fragt er in Panik. "Ganz ruhig", bekommt er zur Antwort. "Überzeugen sie sich zunächst ob er wirklich tot ist." Stille, dann ist ein Schuss zu hören. Der Jäger fragt: "Gut, und was jetzt?"

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