+ TIERSCHUTZNEWS +

der beste tierschutz ist, tiere lebenswert am leben zu lassen

Freitag, 12. Mrz 2010

Vegetarier ärgern sich grün

Langweilige Gemüseteller? Nicht die Bohne.Zunehmend haben junge, urbane Menschen die Fleischküche satt. Doch den meisten einheimischen Gourmetgastronomen ist das wurst. Noch.

Nur Eingeweihte wissen um die leise Sensation im neuen «Gault Millau». Die Gastrokritiker loben das Restaurant Le Tapis Rouge im Grandhotel Giessbach in Brienz für seinen «Quantensprung» und verleihen ihm neu 14 Punkte. Dort gibt es nämlich Fleischloses vom Feinsten. «Fünfzehn Prozent unserer Klientel wählt Vegetarisch», sagt Vera Weber, Präsidentin des Giessbach-Verwaltungsrats.

Die Tochter des streitbaren Umweltschützers Franz Weber setzt selbst auf Blumenkohl statt Braten, und zwar seit eh und je. Als Vegi-Botschafterin straft Vera Weber Spötter aus der Fleischfraktion Lügen, was das Klischee vom blutleeren Körnlipicker anbelangt. Die Blondine, von der Presse gerne als «Waadtländer Bardot» tituliert, strahlt Charme und Charisma aus. Mehr noch: Als gelernte Hotelfachfrau tritt Vera Weber vehement dafür ein, dass zumindest in ihrem Haus die Vegetarier von Chefkoch Peter Durst ebenso beglückt werden wie die Karnivoren vom «Gault Millau».

Quantité négligeable

Denn noch immer hat die stetig wachsende Vegi-Gemeinde auswärts schwer an dem zu kauen, womit sie normalerweise abgespeist wird. Nur beim Inder, Italiener, Türken und Chinesen kommt sie auf ihre Kosten; in der Mittelpreis-Gastronomie hingegen scheinen Vegis nach wie vor eine Quantité négligeable zu sein. Zwar zwingt man ihnen heute keine Alibi-Gemüseteller mehr auf. Aber das Speiserepertoire variiert zumeist zwischen Pasta und Pasta. «Warum», fragt Vera Weber zu Recht, «muss ich im gutbürgerlichen Restaurant Pasta essen?» Wenn sie Lust darauf hätte, ginge sie zum Italiener. «Da weiss ich wenigstens, dass die Spezialitäten gekonnt zubereitet und lecker sind.»

Vor allem in traditionellen Lokalen wie der Zürcher Kronenhalle oder Basler Kunsthalle futiert man sich um Fleischabstinenzler. Ebenso in Gourmetgaststätten, wo der französischen Küche gehuldigt wird. Allerdings lohnt es sich dort, nachzufragen. Spitzenköche wie Horst Petermann von den Kunststuben in Küsnacht oder Bernard Ravet von der L’Ermitage in Vufflens-le-Château zaubern auf Wunsch sogar vegetarische Mehrgangmenüs.

In Hollywood ein Big Business

Und sie liegen richtig damit. Wie eine Umfrage der Fleisch-Branchenorganisation Proviande zeigt, sind rund fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung Vegetarier – was einer leichten Steigerung der Befragung von 2001 entspricht. Der Anteil von Frauen und Männern unterscheidet sich heute kaum mehr. Neu hinzugekommen ist indes die Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen. Ein Viertel davon soll, laut Proviande, «bereits als Vegetarier aufgewachsen» sein.

Ähnlich das Ergebnis einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität in Jena: Auch sie konstatiert einen Zuwachs bei «jungen, überdurchschnittlich gebildeten, städtischen» Konsumenten. Ausserdem stellt sie fest, dass über 60 Prozent der 2571 Befragten das Fleischtabu aus «moralischen Gründen» pflegt, gefolgt von Gesundheitsaspekten.

Seit Hollywood einen Heisshunger auf Grünzeug entwickelt hat, schiessen zumindest in Kalifornien Vegi-Lokale wie Pilze aus dem Boden. Dank Promis wie Richard Gere, Julia Roberts, Gwyneth Paltrow und Keanu Reeves, die dem Fleisch abgeschworen haben, wartet der US-Bundesstaat bereits mit über 300 Vegi-Beizen auf. Hierzulande scheint nicht einmal die Broccolipropaganda der Ex-Miss-Schweiz Lauriane Gilliéron gefruchtet zu haben. Bloss die Migros hat ein bisschen mobil gemacht. An den Takeaway-Theken grösserer Filialen lockt sie mit Vegetarischem respektive Veganem. Die Gerichte entsprechen den strengen Richtlinien der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV) und sind mit dem europäischen V-Label zertifiziert.

Vegi-Beizen-Handyservice

Der SVV hat zudem kürzlich einen Handyservice lanciert, der im Nu das nächstgelegene Restaurant mit Vegi-Spezialitäten eruiert. Allerdings ist die Liste ernüchternd. Das Motto, «Vegetarier essen nicht, sondern ernähren sich», scheint immer noch Gültigkeit zu haben. In den meisten Vegi-Beizen spielen Wohlfühlfaktoren wie Ästhetik und Behaglichkeit keine Rolle. Darüber hinaus sind die Lokale oft alkoholfrei. Oder aber sie schliessen am frühen Abend, als gingen Vegetarier mit den Hühnern zu Bett.

Rigide Hausregeln stossen in einer hedonistisch geprägten Gesellschaft zwangsläufig auf. Deshalb musste die älteste Gemüsestube in Basel, das Gleich, im vergangenen Jahr Konkurs anmelden. Allzu sehr fühlte man sich dort an die eigene Sterblichkeit erinnert; es herrschte stets Grabesstille. Desgleichen im Zürcher Stammhaus an der Seefeldstrasse, dem schon Jahre zuvor die Klientel abhandengekommen war.

Wein und Wurzel zum mitnehmen

Einer, der den Paradigmenwechsel rechtzeitig erkannt hat, ist Rolf Hiltl, Patron in vierter Generation des gleichnamigen Restaurants an der Zürcher Sihlstrasse, das dieses Jahr seinen 111. Geburtstag feiern konnte. Unter Hiltls Ägide hat sich das erste «Vegetarierheim und Abstinenz-Café» Europas zum urbanen Gourmetlokal gemausert, das seinesgleichen sucht. Mittags stehen die Hungrigen bis aufs Trottoir Schlange. Abends ist das Haus bis auf den letzten Stuhl besetzt.

Wie kommts? Erstens ist Hiltl ebenso wenig ein Dogmatiker wie Vera Weber vom Grandhotel Giessbach. Er kokettiert sogar gerne damit, sich gelegentlich ein Stück Fleisch zu gönnen. Zweitens hat der Gastronom den einstigen «Wurzelbunker» dem Zeitgeist angepasst: Er kredenzt Wein zu den Vegi-Freuden und bietet diesen auch zum Mitnehmen an.

Das Tibits expandiert weiter

Das Gleiche gilt für Hiltls Tibits-Lokale in Zürich, Basel, Bern, Winterthur und London. Ähnlich wie das Zürcher Stammhaus ist das Tibits Restaurant und Takeaway zugleich. Allerdings müssen sich die Gäste selber bedienen. Was der stetig wachsenden «Tibitsianer-Gemeinde» jedoch wurst zu sein scheint. Jedenfalls freut sie sich darauf, in Luzern und St. Gallen bald weitere Stammbeizen zu haben.

Logisch, dass auch Vera Weber das Hiltl favorisiert. Wenn sich die Vegi-Botschafterin mal nicht im Giessbach verlustiert oder eine Robbenschutzaktion organisiert, esse sie «ausserordentlich gerne» dort, sagt sie. «Die Küche ist fantastisch, eine Quelle der Inspiration.»

 

 

Kommentar schreiben

Wir veröffentlichen nur Kommentare, welche im Rahmen einer gewissen Moral und Dienstlichkeit für die Allgemeinheit sind. Vielen Dank für das Verständnis.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Tier des Monats

Luchs

In vielen weidewirtschaftlich oder nomadisch geprägten Kulturen galt und gilt die Kuh als Statussymbol und Gradmesser des Vermögens; eine Schlachtung käme einer Vernichtung desselben gleich.

Schon seit alten Zeiten ist das Rind Lieferant von Nahrung, Kleidung, sogar Behausung, Zugtier und Energiespender. Die Welt der Tiere war mit dem menschlichen Leben aufs engste verknüpft.

Lebendige Spuren von Rinderkult finden sich auch im deutschsprachigen Raum sowohl in Süddeutschland als auch in Österreich wie etwa der Almabtrieb im Herbst und der besonders geschmückte Pfingstochse. In Bayern wurde eine 6000 Jahre alte Stierplastik gefunden, deren Rücken einen Kelch formt. Vermutlich seit der Hallstattzeit galt der Stier als heiliges Tier, wie unzählige Spuren belegen. Die Salzburger wurden im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit 'Stierwascher' genannt, noch heute einfach: 'Salzburger Stiere'.

In den hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit ein wichtiges Element. Für die meisten Hindus ist die Kuh unantastbar. Selbst jenen, denen sie nicht ‚heilig‘, sondern lediglich ein wichtiges Symbol ist, hat sie doch einen besonderen Stellenwert und das Töten von Kühen ist für die meisten undenkbar. Für traditionelle Hindus wäre dies ein besonders verunreinigendes Vergehen; und sind auch nicht alle Vegetarier, so ist es für die meisten ausgeschlossen, Rindfleisch zu essen. In der Geschichte war der Kuhschutz so wichtig, dass islamische Eroberer ihren Heeren oft Kühe vorantrieben, wodurch Hindus sie nicht angreifen konnten.

Auch im frühen Alten Ägypten genoss die Kuh religiöse Hochschätzung. Der Himmel wurde als große nahrungsspendende Kuh angesehen, die mit vier Beinen auf der Erde stand. Video: Glückliche Kühe

Videos: Tierfreundlich Kochen

You must have Flash Player installed in order to see this player.

Jagd Kritik

Jagdkritik

Jägerlein

Jäger

Spotlight

 

Schweizer STS

Oftmals beobachten wir mit grossem Erstaunen die Tätigkeiten des Schweizerischen Tierschutzes, kurz STS genannt. Die Aussagen, welche von diesem Verein kommen, sorgten in der Vergangenheit zum Teil für grosse Empörung unter den authentischen Tierschützern und Tierrechtlern. Kürzlich sagte der Mediensprecher vom STS Mark Rissi zum Beispiel: "dass man konsequent Fleisch kauft..." und "andere Ideen bringen den Tierschutz nicht voran und sind kontraproduktiv" gegenüber dem Bundeshausredakteur Simon Fischer, von der Zeitung die Südostschweiz. Und vor ein paar Tagen gegenüber dem Tagesanzeiger: "Wenn es tatsächlich Schächtfleisch wäre, das Coop da verkauft, wären wir schon lange Sturm gelaufen", erklärte STS-Geschäftsführer Hansueli Huber, und dies obwohl Coop den Tatbeweis bis heute nicht erbracht hat. Im Gegenteil, es gibt Indizien, dass es doch Halal-Schächtfleisch ist, welches Coop neu ins Sortiment, von der Firma Baktat aus Deutschland, aufgenommen hat. Herr Huber weiter: "Gegen den Verkauf der Halal-Würste haben wir überhaupt nichts einzuwenden. Schliesslich würde in der Schweiz schon heute in Schlachthöfen halal-konformes Fleisch produziert." Aktuell wird die Junkfoodkette Mc Donalds und die Schweizer Gastronomie vom STS "bearbeitet", weil die Fleischbeschaffung nach Ansicht des STS ungenügend ist. Der STS möchte, dass mehr Tiermorde in der Schweiz verübt werden, gekoppelt mit einer "tierfreundlicheren Beschaffungspolitik"!

 

Fleisch

Im Blick.ch vom 13.8.2009 behauptet Proviande-Chef Heinrich Bucher: "Fleisch sei ganz klar als Grundnahrungsmittel zu erkennen". Es ist aber wohl eher so: Fleisch ist heute ein Genussmittel und für den Großteil der aktuellen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Osteoporose, Fettleibigkeit, Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz usw. mitverantwortlich! Es schädigt das Erbgut und die DNA. Heterozyklische aromatische Amine sind krebserregende und das Erbgut schädigende Verbindungen. Sie entstehen beim Erhitzen von Fleisch, Fleischextrakt und Fisch unter anderem aus Kreatin, einem natürlichen Muskelbestandteil. Die Leber im Organismus der Menschen ist z.B. nicht ausgerüstet, um die Harnsäure im Magen zu verarbeiten während der Verdauung von Fleisch, was zu Rheuma, Arthrose, Gicht, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, usw. führen kann. Ausführliche Studien gibt es hier. Alle Fleischfresser in der Natur haben einen sehr kurzen Darm, weil Fleisch sehr schnell verdirbt, toxisch wird. So können sie es schnell wieder ausscheiden.

Event

Sonnenblumen

Winterfütterung

So füttern Sie im Winter die Vögel richtig

So füttern Sie im Winter die Vögel richtig

Die Nahrung für unsere Gartenvögel wird im Winter knapp. Deshalb möchte so mancher Tierfreund die Vögel gerne füttern. Das kann den Tieren tatsächlich helfen, aber nur wenn es richtig gemacht wird.

Web 2.0

facebook

you tube

Picasa

Kochkunst


Die erlesensten Gerichte der vegetarischen Küche Indiens - Govinda / Mare-Versand ISBN-10: 0-89213-087-3

Zitat

"Diese Welt wird nicht von jenen in erster Linie bedroht, die Unheil anrichten, sondern von den Zahlreichen, die stumm dabei zusehen/ mitmachen. "
Dr. Sonja Buholzer

Humor

Zwei Jäger gehen durch den Wald, als einer von ihnen plötzlich zusammenbricht. Er scheint nicht zu atmen, seine Augen sind glasig. Der andere Jäger greift zu seinem Mobiltelefon und betätigt den Notruf. "Ich glaube mein Freund ist tot. Was soll ich tun?", fragt er in Panik. "Ganz ruhig", bekommt er zur Antwort. "Überzeugen sie sich zunächst ob er wirklich tot ist." Stille, dann ist ein Schuss zu hören. Der Jäger fragt: "Gut, und was jetzt?"

Empfehlung

Newsletter

Erhalten Sie regelmässig und kostenlos die neuesten Tierschutznews!