D: Bundesregierung startet Initiative für mehr Tierschutz
Kategorie: Politik

D: Bundesregierung startet Initiative für mehr Tierschutz

Bundesminister Schmidt startet neue Tierschutz-Initiative: "Den Tieren muss es am Ende dieser Legislaturperiode besser gehen als heute".

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50% der Bienenvölker überlebten den Winter nicht

Biene

Das Zentrum für Bienenforschung der Forschungsanstalt Agroscope informierte.

Gesamtschweizerisch sind nahezu 50% der Völker eingegangen, wobei keine signifikanten regionalen Unterschiede zu beobachten sind. Die Bemühungen des Bundes, die Unterstützung für die Branche zu verstärken zielen daher in die richtige Richtung. Der Bundesrat wird demnächst über entsprechende Massnahmen beschliessen.

Ausmass der Verluste gravierend wie noch nie

Bereits zum fünften Mal hat der Verein Deutschschweizerischer und Rätoromanischer Bienenfreunde unter den Imkern und Imkerinnen in der gesamten Schweiz eine Internetumfrage über die Völkerverluste des vergangenen Winters durchgeführt. Mit über 1000 Bienenstandorten aus allen Kantonen der Schweiz und dem benachbarten Fürstentum Liechtenstein, Imkern und Imkerinnen, Vertreter aller Altersklassen auf Bienenstandorten zwischen 200 und 1700 MüM und aller in der Schweiz gehaltenen Bienenrassen, darf die Umfrage als einigermassen repräsentativ bezeichnet werden.

Tagesschau vom 22.05.2012

Die Auswertung der Resultate zeigt ein niederschmetterndes Bild: beinahe 50% der Bienenvölker gingen bei den sich an der Umfrage beteiligten Imker/-innen verloren. Sämtliche Kantone waren von diesen Verlusten mehr oder weniger stark betroffen. Dies, wenn die Verluste vor dem Einwintern anfangs Oktober 2011 und die Winterverluste bis zum Auswintern der Bienenvölker Mitte April 2012 mit denjenigen Völkern zusammengezählt werden, welche beim Auswintern im April 2012 zu schwach waren, um sich zu einem Wirtschaftsvolk zu entwickeln. 50% entspricht der unvorstellbar hohen Zahl von rund 100‘000 Bienenvölkern. Es sind dies die schlimmsten Verluste, seitdem diese Zahlen systematisch erfasst werden. Wertmässig entsteht dabei den Schweizer Imker/-innen ein Verlust von rund 25 Millionen Schweizerfranken, welchen sie selber zu tragen haben.

Der Einfluss auf die garantierte Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen und die Moral der betroffenen Imker/-innen, ihre Tätigkeit weiterzuführen, kann zur Zeit noch nicht abgeschätzt werden.

Hauptursache ist die Varroamilbe

Als Ursache der Winterverluste der letzten Jahren kamen einige Faktoren in Frage, von denen die Bienenkrankheiten im Mittelpunkt standen. Wie mehrere internationale Studien nun deutlich zeigen, spielt die parasitische Milbe Varroa destructor eine herausragende Rolle bei den Winterverlusten. Auch in der Schweiz ist die Varroa Milbe die Hauptursache für die hohen Völkerverluste im Winter. Die Parasitierung durch die Milbe wirkt sich in dreifacher Hinsicht negativ auf ein Bienenvolk aus: die Milben entziehen der Biene Blut wodurch das Immunsystem der Biene geschwächt wird und sie anfälliger für weitere Krankheiten macht, des weiteren sind die Milben Vektoren für andere Pathogene, insbesondere Viren. Werden Bienenlarven und –puppen von Varroamilben parasitiert, verkürzt sich die Lebensdauer der Winterbienen von 5 bis 6 auf 2- 3 Monate und das Bienenvolk überlebt den Winter nicht. Wie stark dieser Effekt ist hängt von der Menge an Milben ab. Der frühe und milde Frühling 2011 hat dazu geführt, dass Völkern zu einem sehr frühen Zeitpunkt Brut herangezogen wurde, was wiederum eine starke Vermehrung der Milben zur Folge hatte. Als Konsequenz daraus wurde die kritische Schwelle des Milbenbefalls bereits erreicht, bevor eine wirksame Behandlung hätte erfolgen können, was die hohe Zahl der durch die Behandlung getöteten Milben zeigte. Häufig brachen die Völker bereits im Herbst aufgrund des hohen Befalls zusammen. Der besonders milde Herbst 2011 hat ausserdem den Transfer von Varroamilben durch Verflug oder Räuberei zwischen benachbarten Bienenvölkern begünstigt. Auf diese Weise wurden bereits behandelte Völker erneut infiziert. Dieser als Reinvasion bezeichnete Transfer von Milben geschieht häufig ohne dass dies der Imker bemerkt und ist neben einer wirksamen Bekämpfung eines der Hauptprobleme im Kampf gegen die Varroa Milbe.

Varroaforschung - wo stehen wir?

Die parasitische Milbe Varroa destructor ist erwiesenermassen hauptverantwortlich für das nahezu weltweite Bienensterben. Die Milbenbekämpfung ist deshalb von erheblicher Relevanz. Die Wirksamkeit vieler Mittel ist durch Resistenzbildung verloren gegangen. Die heute angewendeten organischen Säuren wirken aufgrund der Abhängigkeit von Aussentemperaturen sowie Fehlern in der Anwendung oft ungenügend. Hinzu kommt, dass viele Milben spät im Jahr aus stark befallenen Völkern in bereits behandelte Völker übertragen werden. Aufgrund der dramatischen Situation wollen wir nun in einem gross angelegten Feldversuch zusammen mit einem regionalen Imkerverein, die Wirksamkeit einer flächendeckend koordinierten Behandlung auf den Befallsdruck und die Überwinterung der Bienenvölker untersuchen. Wenn dies in der Versuchsregion Berner Seeland gelingt, haben wir eine erste Notmassnahme zur Verhinderung weiterer Verluste.

Langfristig zielt unsere Forschung auf eine nachhaltige Lösung des Varroa Problems ab. In einem Forschungsansatz nutzen wir natürliche Antagonisten um eine biologische Bekämpfung der Milbe mit enthomopathogenen Pilzen zu entwickeln. In einem zweiten Forschungsansatz untersuchen wir die Mechanismen, welche die Reproduktion der Milbe steuern mit dem Ziel, die Reproduktion zu blockieren. Aufgrund der sehr guten Ergebnisse der letzten Forschungssaison, sind wir zuversichtlich, auf beiden oder einem der beiden Forschungswegen in ein paar Jahren zu praktischen Lösungen zu kommen.

Pestizide sind nicht harmlos aber nicht die Ursache der Verluste

Aufgrund der wichtigen Funktion als Bestäubter muss das Risiko von Planzenschutzmitteln auf Honigbienen im Rahmen der Zulassung geprüft werden. Die Prüfung erfolgt in einem standardisierten internationalen gestuften Testsystem. Die Bewertungsrichtlinien werden ständig angepasst, um den Anforderungen an Substanzen mit neuen Wirkmechanismen oder einer neuen Applikationstechnik gerecht zu werden. Die geltenden Zulassungen können in Folge von Feldbeobachtungen und neu gewonnenen Erkenntnissen revidiert werden. In der Schweiz erfolgt die Zulassung von Pestiziden durch das Bundesamt für Landwirtschaft.

Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide sind in den letzten Jahren bezüglich ihrer letalen und subletalen Effekte auf Bienen ins Kreuzfeuer der Diskussion geraten. Einige Substanzen dieser Wirkstoffgruppe haben eine hohe Toxizität für Bienen und daher mit bestimmten Auflagen für die Anwendung gebunden, um eine Exposition der Bienen zu verhindern. Die wenigen aufgetretenen Vergiftungsfälle von Bienen durch diese Produkte können im Allgemeinen auf eine Missachtung dieser Auflagen zurückgeführt werden. Subletale Effekte, die man in Laborversuchen oder in Versuchen mit individuellen Bienen nachweisen konnte, haben sich bisweilen in Feldversuchen auf Kolonieebene nicht bestätigt.

Es muss jedoch eindeutig zwischen Bienenverlusten während der Bienensaison und den Winterverlusten von Völkern unterschieden werden. Auf der Suche nach den Ursachen für die Winterverluste sind landwirtschaftlich genutzte Pestizide einer der untersuchten abiotischen Faktoren. Die aktuellen Studien zeigen jedoch keinen Zusammenhang zwischen den Winterverlusten und Pestiziden.

Der Bund wird aktiv

Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern des Bundesamtes für Veterinärwesen, des Bundesamtes für Landwirtschaft, der Kantone und Branchenvertretern, erarbeitete in den letzten Jahren ein Konzept, wie die Gesundheit der Bienen nachhaltig verbessert werden könnte. Der Bundesrat wird demnächst über die weiteren Schritte entscheiden. 

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