Schweizer Musiker erheben ihre Stimme für Delphin-Importverbot

Am kommenden Dienstag entscheidet der Nationalrat, ob walartige Tiere weiterhin in die Schweiz importiert werden dürfen.

Ein Importverbot würde dem Umstand Rechnung tragen, dass Delphine und Wale in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation OceanCare plädieren Peter Reber, Dodo Hug, Efisio Contini und Rick Laine dafür, dass die Meeressäuger ins Meer und nicht in die Schweiz gehören.

Die Musiker Peter Reber, Dodo Hug, Efisio Contini und Rick Laine haben in ihren Liedern schon Delphine oder Wale besungen. Deshalb unterstützen sie im Hinblick auf die wichtige Parlamentsabstimmung vom 29. Mai ein Importverbot für walartige Tiere (Cetacea) und fordern in von OceanCare produzierten Videobotschaften, dass die Meeressäuger als freie Wildtiere respektiert werden.

„Wenn Delphine in Delphinarien auf engstem Raum leben müssen, kann das nicht artgerecht sein. Und dass dafür sogar wilde Delphine gefangen werden, finde ich wirklich schlimm“, begründet Peter Reber sein Engagement. Auch für Dodo Hug ist klar: „Jedes Becken ist für Delphine zu klein. Der Delphin gehört ins Meer – alles andere ist einfach nur traurig“. Und Rick Laine regt an: „Stellen Sie sich vor, sie müssten für den Rest ihres Lebens in einer Badewanne stehen und es kommen Leute vorbei, die zuschauen, wie Sie auf und ab springen. Die Menschheit ist über den Punkt hinweg, wo sie den Tieren Vergleichbares antun muss.“

Zeichen der Zeit erkannt

Weltweit verzichten immer mehr Länder freiwillig oder per Gesetz auf Import, Haltung oder Zurschaustellung von Delphinen und Walen. Freiwillig auf Delphinarien verzichten Estland, Lettland, Luxemburg, Österreich, Polen, Rumänien, die Slowakei, Tschechien, Ungarn, Norwegen und England. In Deutschland schrumpft die Zahl der Delphinarien bis Ende Jahr von neun auf zwei Betriebe. Gesetzliche Verbote bezüglich Cetacea bestehen in Zypern (Halte- und Importverbot), Kroatien und Slowenien (Halteverbot), Ungarn, Indien, Vietnam, Malaysia und Argentinien (Importverbot), Costa Rica (Zurschaustellungsverbot) und Chile (Zurschaustellungs-, Import- und Exportverbot). Ein Schweizer Importverbot für Delphine und Wale wäre also zeitgemäss und würde keinen Präzedenzfall schaffen.

In der Schweiz verzichten wissenschaftlich geführte Zoos auch ohne gesetzliches Verbot bereits seit langem auf diese Tiere. Sie sind sich der Problematik artgerechter Haltung bewusst. Eine möglichst naturgetreue Nachbildung des Lebensraumes übersteigt alles Machbare: In Freiheit legen Delphine und Wale täglich Distanzen von bis zu 100 Kilometer zurück und tauchen 500 Meter weit in die Tiefe ab.

Ein Rechtsgutachten der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) zeigt, dass ein solches Verbot mit der Bundesverfassung absolut vereinbar wäre. Dass Delphinarien auch aus tierethischer Sicht nicht legitim sind, macht ein Gutachten des „ethik-labor“ deutlich.