Puma will Turnschuhe nicht mehr aus Leder herstellen

Puma wird bei der Herstellung von Fußball- und Turnschuhen aus Umweltschutzgründen wohl künftig auf Leder verzichten.

Auf dem Uno-Umweltgipfel in Rio de Janeiro sagte Jochen Zeitz, Verwaltungsratsvorsitzender des Sportartikelherstellers, der Financial Times: "Ich denke, letztlich werden wir alternative Materialien prüfen müssen, gar keine Frage."

"Wir alle sollten weniger Fleisch essen und weniger Leder verwenden. Ich denke, so sieht die Realität aus", sagte Zeitz. Jeder wisse, dass Rinder und Rindfleisch mit am stärksten zu CO2-Emissionen beitrügen, so der Manager. Zeitz gilt als einer der Pioniere umweltverträglicher Geschäftspraktiken. Im vergangenen Jahr hatte Puma eine "ökologische Gewinn- und Verlustrechnung" vorgestellt, in der der Sportartikelkonzern die Umweltauswirkungen seines Kerngeschäfts sowie der Beschaffungs- und Lieferkette auf 145 Mio. Euro bezifferte. Im ersten Quartal 2012 belief sich der Umsatz von Puma auf 821 Mio. Euro.

Zeitz sagte, die Maßnahme habe gezeigt, dass Produktion und Verarbeitung von Rohstoffen am stärksten Pumas ökologische Bilanz beeinflusse. Die größten Auswirkungen gebe es bei der Verarbeitung von Leder, so der Manager. Mit verantwortlich dafür ist die Tatsache, dass Viehhaltung viel Wasser verbraucht und Flächen dafür abgerodet werden müssen, was sich auf Pflanzen- und Tierwelt auswirkt. Hinzu kommen die Chemikalien und Schadstoffe in Zusammenhang mit der Ledergerberei. Das bedeute, dass aus Pumas Produktpalette die Schuhe die stärksten Auswirkungen auf die Umwelt mit sich brächten, sagte Zeitz. Es müssten daher innovative Möglichkeiten gefunden werden, wie dem Problem beizukommen ist. "Das klingt möglicherweise verrückt, aber vielleicht gibt es einen wirtschaftlichen Weg, wie ein lederähnliches Produkt im Labor produziert werden kann", sagte der Puma-Manager. "Wir müssen alternative Wege finden, Rohstoffe zu produzieren, ohne die Natur zu bitten, das für uns zu erledigen." Zeitz zählte zu einer Gruppe prominenter Wirtschaftsführer auf dem Uno-Umweltgipfel Rio+20. Benannt wurde die Veranstaltung nach dem Umweltgipfel von 1992, der ebenfalls in Rio stattfand, wo die Beteiligung der Wirtschaft aber viel verhaltener war. Der Manager sagte weiter, er habe bei dem Gipfel in Rio einen geeigneten Ort gefunden, um sich auch mit anderen Managern über die neuesten Ideen zu nachhaltigen Geschäftspraktiken auszutauschen. "Ich finde, dafür ist das Forum großartig, und es schafft Bewusstsein für einige wichtige Themen. In dieser Hinsicht erfüllt es also wirklich seinen Zweck", sagte der Puma-Manager.

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