IWC bewilligt Grönland eine viel zu hohe Walfangquote
Kategorie: Politik

IWC bewilligt Grönland eine viel zu hohe Walfangquote

Mit großer Enttäuschung reagiert Pro Wildlife auf die heutige Entscheidung der Internationalen Walfangkommission, Grönland den Fang von jährlich 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen, 10 Buckelwalen und zwei Grönlandwalen zu genehmigen.

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Symptome (fast) im Griff, Problem ungelöst

 Baldeggersee © Pro Natura Luzern, Niklaus Troxler

30 Jahre Belüftung des Baldeggersees.

Als weltweit erster See erhielt der Baldeggersee im Luzerner Seetal vor genau 30 Jahren eine Beatmungsmaschine. Die Belüftung kann den Kollaps des Sees verhindern, der seit 1940 Pro Natura gehört. Doch solange der See von überintensiver Landwirtschaft umgeben ist, bleibt er gefährdet. Die Symptombekämpfung verschlingt ausserdem Millionen, die besser eingesetzt werden könnten. Pro Natura fordert eine standortangepasste Landwirtschaft, die das Überleben des Sees über Erste-Hilfe-Massnahmen hinweg möglich macht.

Am kommenden Samstag, 12. Mai 2012, veranstalten der Gemeindeverband Baldegger- und Hallwilersee und der Kanton Luzern einen Erlebnistag zum Thema «30 Jahre Sanierung Baldegger- und Hallwilersee». Zuviel Phosphor aus der intensiven Schweinehaltung und fehlende Kläranlagen hatten dazu geführt, dass dem See buchstäblich die Luft ausging. Die damals weltweit erste Belüftung eines überdüngten Sees und der Bau von Kläranlagen zeigte Wirkung: Der Phosphor-Gehalt im Baldeggersee ist deutlich gesunken. Doch auch heute noch gelangen viel zu viele Nährstoffe aus der Landwirtschaft in den idyllisch anmutenden, unter Naturschutz stehenden See.

30 Jahre Erste Hilfe

Die Belüftung des Sees ist eine notwendige Erste Hilfe, mit der auch die geschädigte Seebesitzerin Pro Natura einverstanden war. Doch sie ist keine Langzeitlösung. «Der Schritt zu einer seeverträglichen Landwirtschaft ist längst überfällig. Die Landwirtschaft im Seetal muss wegkommen von der Massenhaltung von Schweinen», fordert Rico Kessler, Mitglied der Pro Natura Geschäftsleitung. Pro Natura anerkennt zwar die in der Vergangenheit unternommenen Anstrengungen, den Eintrag von Phosphor in den See zu verringern. Doch die heutigen Anreize sind fatal. Kessler: «Es ist paradox: Die Luzerner Landwirtschaft kassiert dank den selbst verschuldeten Umweltproblemen Bundesmillionen für Sanierungsmassnahmen. Sie ist deshalb wirtschaftlich sogar daran interessiert, dass das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, sondern weiter besteht.» Noch heute gelangt nach Angaben des Kantons Luzern jährlich mehr als die doppelte Menge des tolerierbaren Phosphors aus der Landwirtschaft in den See. Unverändert hoch sind auch die Tierbestände. 2007 warnten auch die Umweltfachleute des Kantons Aargau, dessen Hallwilersee die Dreckfracht aus dem Baldeggersee übernehmen muss, eindringlich vor einer blossen Fortführung des heutigen Regimes: Langfristig würde sich die Wasserqualität der beiden Seen sogar wieder deutlich verschlechtern (in UmweltAargau, Dezember 2007).

Mehr Seeschutz für weniger Geld

In der Agrarpolitik für die Jahre 2014-17 (AP2014-17), die im Sommer ins Eidgenössische Parlament kommt, kann die Politik den Beweis antreten, dass sie weg will von schädlichen Geldanreizen. «Es wäre absurd, wenn die öffentliche Hand die intensive Tierhaltung über Direktzahlungen weiterhin fördern und zugleich die Folgen dieser Tierhaltung mit teuren Gewässerschutzmassnahmen bekämpfen würde», kommentiert Rico Kessler. Am Baldeggersee zeigten 2003 detaillierte Berechnungen, dass die öffentliche Hand wesentlich mehr Seeschutz für wesentlich weniger Geld erhalten könnte.

Der Baldeggersee – eines von über 600 Pro Natura Naturschutzgebieten

Im Jahr 1940 kaufte Pro Natura den damals bereits serbelnden See. Der Berufsfischer konnte aus dem von Verschmutzung, Veralgung und Sauerstoffmangel gezeichneten See keine existenzsichernden Erträge mehr erzielen. Dies schmälerte das wirtschaftliche Interesse an diesem idyllischen Gewässer. Seither ist der Baldeggersee eines von über 600 Pro Natura Naturschutzgebieten und mit einer Fläche von mehr als fünf Quadratkilometern das grösste im Kanton Luzern. Verantwortlich für die Verwaltung und das Management des Schutzgebiets «Baldeggersee» ist Pro Natura Luzern. Dank hartnäckiger Arbeit konnte das Ufer des prächtigen Mittellandsees weitgehend unverbaut bleiben und der Bevölkerung eine einzigartige Naturperle erhalten und zugänglich gemacht werden. Die Beobachtungshütte im Ronfeld ermöglicht Besucherinnen und Besuchern die störungsfreie Beobachtung seltener Vogelarten. Von der Seeplattform, die am Wanderweg Hochdorf-Gelfingen liegt, geniesst man eine schöne Sicht auf den See und die Landschaft des Seetals. Pro Natura Luzern initiierte und setzte in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Aufwertungsprojekte um. Die Naturschutzorganisation investiert jährlich rund 300'000 Franken in die Naturschönheit.

Das oberirdische Natur-Idyll täuscht allerdings über die unterirdische «Kurzatmigkeit» des Sees hinweg. Ohne Lüftung wäre der Baldeggersee heute ein stinkender Algenteppich. Deswegen war und ist Pro Natura seit jeher darum bemüht, die Ursachen für die Erstickungssymptome des Baldeggersees zu bekämpfen. Diese liegen ausserhalb des Sees, in der umliegenden Landwirtschaft. Im Jahr 2003 lancierte Pro Natura eine Idee, wie die zu intensive Schweinemast rund um den See für alle verträglicher gestaltet werden kann. Das damals präsentierte Zertifikatshandelssystem erntete zwar Applaus von den Behörden, verschwand aber trotzdem in den Schubladen. Die Folge: Heute wird die Verschmutzung des Sees noch immer via Direktzahlungen aus dem Landwirtschaftsbudget subventioniert.

Am 12. Mai 2012 veranstalten die Seegemeinden und der Kanton Luzern einen Erlebnistag anlässlich des 30-jährigen Bestehens der weltweit ersten Seebelüftung. Pro Natura Luzern wird mit einem Informationsstand in Gelfingen präsent sein und den Besuchern aufzeigen, dass die Symptombekämpfung zwar einigermassen geglückt, die Ursache des Übels aber bei weitem noch nicht getilgt ist.

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