Größter Hund der Welt ist tot
Kategorie: Tierwelt

Größter Hund der Welt ist tot

Seit dem Jahr 2012 hatte er einen eigenen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde.

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"I don't care what anybody advises me anymore. I can't morally justify supporting that industry."

Was ist schlecht am Auslandstierschutz?

Kritisiert man den Auslandstierschutz kommt als Antwort oft „der Tierschutz darf nicht bei der eigenen Haustür aufhören“.

Diese Hunde hätten auch ein Recht auf ein gutes Leben, man könne nicht nur die eigenen Hunde lieben, ein Tierschützer müsse alle Hunde lieben.

Stellt sich die Frage muss er das?

Die Philosophie dass man entweder liebt oder nicht, hat schon was für sich. Aber das würde sich dann konsequenterweise auf alle Lebewesen ausdehnen – Menschen, Tiere, Pflanzen, die ganze Schöpfung eben. Wir dürften dann keine Kriege führen, jeder Mensch wäre uns willkommen und Fleisch würden wir auch keines essen. Es gäbe viele Dinge die wir dann nicht tun würden. Wir führen aber Kriege, wir haben Kriminalität, spätestens bei der Lektüre eines Social Networks drängt sich der Verdacht auf, dass nicht jeder jeden mag. Das mit der Liebesfähigkeit, das müssen wir Menschen noch ein bisschen üben, wie es scheint.

Wir lieben auch als Hundebesitzer nicht automatisch jeden Hund, genauso wenig wie Eltern jedes Kind lieben. Das Argument mit der Liebe funktioniert ergo nicht so ganz.

Warum also ziehen Menschen nun los und bauen Netzwerke auf um Hunde aus aller Welt zu retten?

Das Internet und soziale Plattformen mögen einer der Faktoren sein. Durch das Internet wird die Welt klein, mittels Bildern kann das Leid der ganzen Welt bequem ins Wohnzimmer übertragen werden. Am Computer fühlt es sich sehr einfach an die ganze Welt zu retten – und wenn schon nicht die ganze Welt, dann vielleicht den Hund, dessen Bild man gesehen hat. Es zirkulieren viele Bilder gequälter Hunde im Netz, manchmal, dank Photoshop dramatischer als in der Realität. Mit diesen Bildern wird für Mitleid geworben, mittlerweile schon ziemlich professionell. Manche Organisationen arbeiten bereits so fachmännisch wie eine Waschmittelfirma, zwar häufig mit „Symbolfotos“, aber sehr effizient.

Stellt sich die Frage, warum läuft dieses Geschäft mit dem Mitleid so gut?

Vor einer Generation, als es zwar noch keinen Auslandtierschutz, dafür aber Entwicklungshilfe gab, hat genau diese Strategie schon sehr gut funktioniert. Die Entwicklungshilfe hat mittlerweile gelernt, der Auslandstierschutz nicht.

Stellen wir uns vor, die Entwicklungshilfe würde alle hungernden Kinder der Welt importieren – unvorstellbar, der Auslandstierschutz tut aber genau das, nicht mit Kindern, sondern mit armen Hunden.

Natürlich hört der Tierschutz nicht an der eigenen Haustür auf und natürlich ist es gut wenn wir uns auch für die leidenden Hunde, die bis zu 10.000 Km entfernt zu Hause sind, einsetzen – aber in dem Fall vor Ort. Wir der eine oder andere Notfall dann mit nach Hause genommen, spricht nichts dagegen. Die zu kritisierende Vorgehensweise ist eine andere…

Nehmen wir die fiktive Organisation Canis X her. Die findet heraus dass in Land Y viele arme Hunde sind und sucht sich dann dort eine Tötungsstation. Das Argument, dass die Hunde „raus“ müssen weil sie sonst getötet werden, ist eines der Hauptargumente des Auslandtierschutzes. Die freuen sich durchaus über die angebotene Hilfe. Solche Kontakte entstehen mittlerweile oft über das Internet. Wenn man sich einig geworden ist fährt Trudi von Canis X in Land Y und macht viele Fotos von armen Hunden. Manchmal muss Trudi gar nicht dorthin fahren, denn wenn die Tötungsstation schon mit Auslandstierschutz zu tun hatte, machen sie die Fotos selbst. Trudi verpasst nun jedem Foto den passenden Text. Dann werden sie in Foren und auf sozialen Plattformen hochgeladen. Ein Hund in der Tötung kostet um die 20€ - hat er seinen Weg nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz zurückgelegt, wird er um 200€ Schutzgebühr vermittelt, manchmal bis zu 400€. Die Differenz deckt, bei guten Organisationen, die sauber arbeiten, die Kosten ab und der Überschuss wird reinvestiert. Sagen wir nun Trudi ist vielleicht arbeitslos und hat nicht viel Geld, aber eben viel „Liebe“ für Tiere. Trudi kann, wenn sie es richtig macht gut von den importierten Hunden leben und sie hat soziale Anerkennung. Trudi hat allerdings kein Interesse daran dass sich vor Ort viel ändert, denn sie ist Teil dieses Systems geworden.

Das System des Auslandtierschutzes ist im weitesten Sinn vergleichbar mit der Diaspora der Sklaven. In Afrika wurden die Sklaven von Afrikanern gefangen und an der Küste an arabische oder europäische Sklavenhändler verkauft. Letztere haben die erworbenen Sklaven in Europa, zum Beispiel Lagos/Portugal, kurz zwischen geparkt und dann in die neue Welt gebracht, wo sie auf den Plantagen arbeiten mussten. Im Auslandtierschutz gibt es mittlerweile auch so eine Diaspora. Im Osten werden die Hunde „produziert“, dann als Billigware in den Süden verkauft und von dort werden sie dann gerne „gerettet“. Der Überschuss aus dem Osten, jene die man nicht verkaufen kann, landen auf der Straße. Dort werden sie entweder zu Straßenhunden oder sie kommen in Tötungsstationen. Dort setzt wieder der Auslandtierschutz an – er holt auch diese Hunde. Wo liegen nun die Parallelen?

Der Vemehrer (analog zu den afrikanischen Sklavenverkäufern) produziert Billighunde in rauen Mengen. Der Hundehändler (analog zum Sklavenhändler) versucht sie mit Gewinn in ganz Europa, vorzugsweise Südeuropa, zu verkaufen. Landet der Hund auf der Straße oder im Tierschutz, übernimmt der Auslandstierschützer, diese Funktion. Es ist Hundehandel – die „Gewinnspanne“ ist gegeben – 20€ zu 200€ ist nicht wenig. Im Gegensatz zum Hundehändler, reinvestiert eben der saubere Tierschutz das Geld wieder. Unsere Trudi tut das allerdings nicht. Sie hat zwar Kosten aber die hält sie so gering wie möglich. Den Transport lässt sie von Fahrketten oder Flugpaten erledigen. Die Impfungen macht sie in jenen Ländern wo es billig ist, oder gar nicht. Futterkosten entfallen oft, die bekommt Trudi als Spenden. Sie muss nun nur noch die Hunde irgendwo zwischenparken, denn Trudi hat eine kleine Sozialwohnung, für 30-40 Hunde ist da kein Platz. Dafür hat sie ein Netz von Pflegestellen aufgebaut. Wenns gut geht zahlen die das Futter und den Tierarzt selber. Die haben auch die Aufgabe die Hunde zu resozialisieren, denn Trudis Hunde sind meist keine einfachen Tiere, dazu haben sie in ihrem kurzen Leben schon zu viel erlebt.

Manche Pflegestellen sind gut, manche weniger, die meisten sind überfordert. Jeder Mehrhundehalter weiß, dass ab 3 Hunden aufwärts die Hundehaltung sehr aufwendig wird, vor allem wenn man ein bürgerliches Leben mit Beruf führt. Manche Pflegestellen sitzen aber auf 5-20 Hunden. Dass eine Resozialisierung hier nicht mehr möglich ist, wird jedem einleuchten, es ist vielmehr Krisenmanagement das da betrieben wird.

Die Menschen, die sich dann diese Hunde nehmen, der „Fixplatz“ wie er genannt wird, die wissen meist nicht worauf sie sich einlassen. Dadurch ist der sogenannte Rücklauf relativ hoch. Manche Hunde wechseln ihren Platz wie manch Mensch die Unterhose. Dass das dem Hund nicht gut tut ist auch klar.

Ist nun unsere Trudi ein böser Mensch? Sie selbst wird das vehement abstreiten und behaupten ein wahrer Tierschützer zu sein der es nur und überhaupt um die armen Hunde geht die ohne sie alle sterben müssten. Trudi glaubt vielleicht sogar daran, dass sie Teil eines Systems geworden ist, dass sehr viel Leid für Tiere produziert, das erkennt Trudi nicht.

Wird nun Trudi kritisiert, dann gibt’s zwei Möglichkeiten. Ist unsere Trudi ein defensiver Mensch, wird sie die Welt für böse erklären und sich ausgesprochen unverstanden fühlen und sie wird weitermachen wie bisher. Ist Trudi aber eher der Typ der nach vorne geht, wird sie jede Kritik als Angriff empfinden und geradewegs darauf losgehen. Rufschädigung, Verleumdung, Einschüchterung und Betrug zählt dann durchaus zu ihrem Repertoire. Sie wird aber auch das ganz richtig finden, denn schließlich verteidigt sie sich ja nur gegen die böse Welt, die sie einfach nicht verstehen will.

Es gibt viele Trudis im Auslandstierschutz und das bringt dem Auslandstierschutz auch viel Kritik ein. Aber erfreulicherweise gibt es auch andere Organisationen, die gelernt haben dass es klüger ist vor Ort zu helfen und da bemerkenswerte Projekte hervorgezaubert haben. Die nehmen schon auch mal den einen oder anderen Notfall mit, was verständlich ist, kümmern sich dann aber um einen tierschutzgerechten Transport und eine gute Vermittlung.

Solange es die Trudis gibt, wird der Auslandtierschutz problematisch sein und immer wieder kritisiert werden. Aber die Trudis werden weniger und die Gesetze die das regulieren werden langsam besser.

Warum lässt man eigentlich die Trudis nicht so „arbeiten“ wie sie wollen.? Aus mehreren Gründen: durch die Trudis werden Krankheiten eingeschleppt, die andere Hunde gefährden. Hundehaltung im Allgemeinen wird problematischer, weil es mehr und schwierigere Hunde gibt als vorher. Weil unsere Tierheime mit Trudi-Hunden überfüllt sind. Weil Trudis das Gesetz brechen und manchmal die abenteuerlichsten Mittel anwenden um ihr System aufrecht zu erhalten. Und zu guter Letzt, weil Trudis eben keine Tierschützer sind – sondern Hundehändler im Mantel des Tierschutzes…

Man soll nicht den Stab über den gesamten Auslandstierschutz brechen, es gibt auch sehr gute Organisationen, es gibt sehr gute Kastrationsprojekte, es gibt sehr gute Tierheimprojekte vor Ort und eine gewisse Menge Auslandshunde verträgt sowohl Deutschland, als auch Österreich und die Schweiz. Man muss im Auslandstierschutz nur die Spreu vom Weizen trennen und das Trudi-System aufbrechen. Man muss das Problem an der Wurzel angreifen – beim Vermehrer, beim Hundehändler und beim Konsumenten der billige Hunde haben will – denn der unterstützt dieses Trudi-System, auch wenn er sich gerne, so wie Trudi auch, als Tierschützer ausgibt weil er ja einen armen Hund genommen hat…

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